4. 5. 2026 , 19:00

Das Haus der Barmherzigkeit

Ein Stück für Sprechstimme und Klavier nach dem gleichnamigen Roman von Ivan Cankar
Künstlerhaus
Karlsplatz 5, 1010 Wien

Einlass ab 18:30, Haupteingang
Eintritt frei

Dauer: 80 Minuten

Textadaption: Erwin Köstler und Marija Moßburger
Musik: Arnold Schönberg, Marij Kogoj und Marija Moßburger
Ausführende: Erwin Köstler (Leser), Marija Moßburger (Klavier)

Das Haus der Barmherzigkeit (1904)

Mit seinem Roman Das Haus der Barmherzigkeit setzte Ivan Cankar einer sozialen Institution im Wien der Jahrhundertwende ein literarisches Denkmal. Das Haus, damals eine Einrichtung zur Betreuung von „Unheilbaren, Armen und Kranken“ im Bezirk Währing, diente ihm als Schauplatz für eine Erzählung über Kinder, die im Spital nicht nur Pflege und Fürsorge erfahren, sondern vor allem auch Schutz vor den grausamen Verhältnissen, die ihr Leben geprägt haben. Es sind Mädchen aus verschiedenen Gesellschaftsschichten, die soziales Elend und grobe Vernachlässigung, familiäre Gewalt und sexuelle Ausbeutung erlebt haben und sich im geschützten Raum des Krankenzimmers auf ihre jeweils besondere Art mit Krankheit und Sterben arrangieren. Nicht allen gelingt es, die meisten finden hier aber einen Raum, in dem die Sehnsucht nach einem besseren Leben existieren darf. Mit ihrer Klarheit und Poesie zählt diese Erzählung zu den eindrücklichsten Werken Ivan Cankars. Sie zeigt uns den Autor als einen großen Beschreiber des „anderen“ Wien, das vom glänzenden Image der Weltstadt des Fin de siècle nichts weiß.

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Erwin Köstler, Übersetzer und Literaturwissenschaftler, lebt in Wien; vielfach ausgezeichneter Übersetzer slowenischer Literatur, beschäftigt sich seit mehr als dreißig Jahren mit dem Werk Ivan Cankars (14 Bücher zwischen 1994 und 2011), seit 2024 erscheinen Neu- und Erstübersetzungen von Werken Cankars im Klagenfurter Verlag Heyn: Das Haus der Barmherzigkeit (2024), Aus der Vorstadt (2026), Krpans Stute (2026).

Marija Moßburger absolvierte das Orgel- und Klavierstudium in Ljubljana und Detmold und wurde mit dem Prešeren Preis für Studierende der Universität Ljubljana ausgezeichnet. Als Klavierbegleiterin von Chören ist sie im Kammermusiksaal der Berliner Philharmonie aufgetreten. Sie war Dozentin für Klavier an der Martin-Luther-Universität in Halle und lebt nun als freischaffende Künstlerin in Berlin. Sie konzipierte mehrere literarisch-musikalische Programme, die sie auch selbst aufführte.

Zum Abschluss wird zu kleinem Imbiss eingeladen.

Anmeldungen erforderlich bis zum 28. April 2026 unter events-vienna.mzz@gov.si

In Zusammenarbeit mit Institut für Slawistik UNI Wien,  Slowenisches Institut in Wien, Botschaft der Republik Slowenien in Wien, Slowenische Buchagentur, Filozofska fakulteta Univerze v Ljubljani, Center za slovenščino kot drugi tuj jezik, Amt der Republik Slowenien für Slowenen im Ausland. Arbeiterkammer Wien, Institut für historische Socialforschung.

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