3. 10. 2012

Ausstellung der slowenischen Designlegende Niko Kralj

Architekturzentrum Wien

Am 3. Oktober fand im Architekturzentrum Wien die Vernissage zur Ausstellung »Niko Kralj: Der König der Stühle. Über die Selbstverständlichkeit einer slowenischen Designerlegende« statt. Die Ausstellung selbst ist bis zum 14. Oktober geöffnet.

Es handelt sich um die erste eigenständige Ausstellung Kraljs im Ausland und fußt auf jener Ausstellung, die im Museum für Architektur und Design Ljubljana (MAO) von Barbara Predan und Špela Šubič gestaltet wurde. Parallel zur Ausstellung wurden auch eine Broschüre sowie eine spezielle »Zeitung« zum Thema slowenisches Design herausgebracht.

Der Direktor des Architekturzentrums Wien, Dietmar Steiner, widmete seine Begrüßungsworte auch seiner persönlichen Entdeckung von Niko Kralj. Dem vollen Auditorium erklärte er, dass er erst beim Anblick der ausgestellten Stühle feststellte, dass die Mechanismen, die er selbst bereits seit Jahren kennt, eigentlich Niko Kralj als Erster verwendete.

Nach den Begrüßungsworten des MAO-Direktors Matevž Čelik, der auch die Industriedesign-Biennale in Ljubljana vorstellte, sprach auch der österreichische Designer und Professor an der Hochschule Kiel, Thomas Feichtner, über die Relevanz von Niko Kralj. Seinen kurzen Vortrag zum Thema »Design als Teil der kulturellen Identität« widmete Feichtner der Begründung, weshalb Niko Kralj weiterhin modern und aktuell ist. Wenn man über Kralj sagt, er habe bereits vor dem Plastik-Zeitalter designt, so könne man heute behaupten, dass wir uns im Post-Plastik-Zeitalter befinden, so Feichtner. Kraljs Erfahrungen und Zugänge zur Holzbearbeitung sind heute von unschätzbarem Wert sowie eine gute Schule für junge Designer. Feichtner strich auch den Ausnahmecharakter von Kraljs Bewusstsein für die Bedeutung von gesellschaftlicher und ökologischer Verantwortung hervor. Die Geschichte von Design werde gänzlich neu geschrieben, so Feichtner, und die Globalisation sei eine unglaubliche Chance für alle Designer. Design stellt sich als Alternative zu vorgeschriebenen und etablierten Gesellschaftsmodellen da, und in diesem Sinne hat Kralj Design bereits früh erkannt.

Die Ausstellung von Niko Kraljs Stühlen ist Teil der Vienna Design Week (VDW), deren Programmpartner heuer auch SKICA ist. Die VDW verbindet Designer, Hersteller und Konsumenten und wird zu einem immer wichtigeren Networking-Treffpunkt auf dem Gebiet der sogenannten Kreativindustrie. Die Kralj-Ausstellung ist somit wohl auch eine inhaltliche Einführung in eine dauerhafte Anwesenheit des slowenischen Industriedesigns bei der VDW.

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