Plenum performt am 19. April einige großartige Werke der Renaissance sowie neue Stücke von Pauline Oliveros, Burkhard Stangl und Gunther Schneider.
Sperrholz ist eine Naturalie, die nicht unbedingt mit dem Paradies in Verbindung gebracht wird, aber zur Flöte geformt, können Töne aus Sperrholz auch um Eden kreisen oder gen Himmel schweben. Die Idee muss man nur haben, wie der deutsche Flötenbauer Paetzold, dann eröffnen sich ungeahnte Klangtore. Aus viereckigen, massiven Holzorgelpfeifen ähnelnden, lackierten Sperrholzgebilden von beeindruckender Größe und klanglicher Tiefenwirkung entweichen geschmeidige, kräftige, zur Höhe hin auch süßliche Töne. Strapazfähige Klangkörper, die selbst überraschende Wetterwechsel in paradiesischen Gefilden überleben würden. Im Zusammenklang mehrerer Paetzoldflöten entsteht ein orgelgleiches Sausen und Brausen, ein Plenum wie mit vollen Registern, das sich bald in luftige Sphärentöne auflösen oder das in kühle Erdenwinde übergehen kann.
In Paradise tauchen das Ensemble Plenum und die Mezzosopranistin Anna Clare Hauf ein. Die in Wien lebenden MusikerInnen spannen einen Klangfarbenregenbogen von den hauchzarten Harmonien englischer Madrigalisten der Shakespeare-Epoche zu phantasievollen Schöpfungen zeitgenössischer Komponisten, die in instabilen irdischen Zeiten eine Sehnsucht nach dem Paradies entwickeln, in Traumräume aufbrechen oder zumindest eine Balance nicht nur musikalischer Organismen finden wollen. Die Flötistinnen und die Sängerin wandeln durch den paradiesischen musikalischen Garten englischer Renaissance-Songs und fächern das Klangspektrum für Uraufführungen von Gunter Schneider, Pauline Oliveros und Burkhard Stangl auf.
Foto: Plenum © FRODL



