Der Schriftsteller Florjan Lipuš feierte im Mai sein 80 jähriges Jubiläum. Obwohl Lipuš auf Slowenisch schreibt, gehört er zu den bedeutendsten nicht nur slowenischen, sondern auch österreichischen Schriftstellern. Seine Literatur ist eng verknüpft mit der tragischen Geschichte der Kärntner Slowenen während des Zweiten Weltkriegs. Die Mutter, eine Kärntner Slowenin, wurde 1943 im KZ Ravensbrück ermordet, während der Vater Soldat der deutschen Wehrmacht war. Mehrere Lipuš‘ Bücher erschienen in deutscher Übersetzung. Für sein Werk erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, auch den bedeutendsten Literaturpreis Sloweniens, den Prešeren-Preis.
Seelenruhig (Verlag: Jung und Jung 2017, Übersetzer: Johann Strutz) Roman Seelenruhig ist Lipuš’ literarische Autobiographie. Es ist ein Versuch des Autors nicht nur ein ganzes Leben, sondern vor allem das Leben als Ganzes in Worte zu fassen. Lipuš berichtet mit erstaunlicher Gelassenheit seine Biografie vom Aufwachsen in bäuerlicher Umgebung des Kärntens und gebunden in einer Familie, die von den Entsetzlichkeiten der Geschichte nicht verschont wurde. Ebenso erzählt er vom Aufwachen unter den verstohlenen Blicken einer Jungen, mit der er noch als Alter das Leben teilt.
Moderation: Katja Gasser
Foto: JAK RS



