In Zusammenarbeit mit der IG Kultur Österreich veranstaltete SKICA eine Debatte über Mittel und Wege zur Finanzierung von Kunst und Kultur in Zeiten der Wirtschaftskrise.
Die Krise ist auch im Kulturbereich zu spüren, jedoch am Kunstmarkt nicht zu bemerken, weswegen Überlegungen, wie mehr private Finanzmittel anlocken, durchaus verständlich sind. Die Hauptfrage lautet hierbei, ob private Mittel öffentliche überhaupt ersetzen können. Darüber diskutieren im Depot Dr. Andrej Srakar von der Wirtschaftsuniversität Ljubljana und Vorsitzender des Vereins Asocijacija sowie Dr. Paul Stepan von der Universität für Musik und darstellenden Kunst Wien, Direktor des europäischen Webportals „Eurozine“ und Gründungsmitglieds des Vereins „fokus“ unter der Leitung von Therese Kaufmann vom Europäischen Institut für progressive Kulturpolitiken.
Den Ausgangspunkt der Debatte stellte eine für das Europäische Parlament vorbereitete Studie über Initiativen privater Investitionen in der Kultur dar, bei der Dr. Srakar als Co-Autor fungierte. Eines der Erkenntnisse dieser Studie lautet, dass private Mittel öffentliche nicht ersetzen können, dass aber diverse Möglichkeiten der Ergänzung möglich und effizient sind. Dr. Stepan betonte Steuererleichterungen als Investitionsmotivation und wies darauf hin, dass es hierbei um einen besonderen Fall geht, da die Mittel zwar privat sind, da sich ihnen der Staat – der sie zwar in Form von Steuern benötigt – aber entsagt, sind diese Mittel indirekt auch staatlich. Darum muss dafür nach mehr Transparenz verlangt werden. Er unterstrich auch, dass Kulturfinanzierung aus öffentlichen Mittel in Österreich weiterhin funktioniert und dass die Wirtschaftslage gute Kulturpolitik nicht behindert.
Beide Diskutanten erwähnten, dass man sowohl öffentliche als auch private Mittel aufmerksam beobachten und ihre Kombination überlegt verwenden müsse. Dr. Stepan verwies auf die Filmindustrie, wo mehrere Mittel zur Produktion kommerzieller Filme mehr öffentliche Mittel zur Produktion experimenteller und Kunstfilme bedeuten können. Beim sogenannten Crowd-Funding, das auch die Endverbraucher inkludiert, mahnte er zur Vorsicht. Seine Projektideen ins Internet zu stellen und auf der Couch sitzend auf das Geld zu warten, sei „fast wie im Himmel“, meinte er und betonte, dass diese Art der Geldbeschaffung die Kulturpolitik nicht ersetzen kann und darf.
Zum Schluss betonte Dr. Stepan, dass in Slowenien und Österreich ein offensichtlicher gemeinsamer und allgemeiner Druck besteht, „alles haben zu müssen“: von einem funktionierenden Kunstmarkt bis hin zu internationeln Festivals und Messen. Wir würden uns viel leichter tun, wenn wir diesen Druck ignorieren und unsere Bemühungen auf überlegte Kulturpolitiken lenken und Künstler dabei unterstützen würden, sich international zu etablieren.

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