Öffnungszeiten:
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Donnerstag: 14–21 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertag: 11–19 Uhr
Montag: geschlossen
70 Prozent der Erde sind von Wasser bedeckt. Die Meere sind das größte zusammenhängende Ökosystem unseres Planeten, Lebensraum für Millionen von Spezies. Sie sind Verkehrsweg, Schauplatz von Geschichte und Geopolitik, Lebensgrundlage für einen großen Teil der Weltbevölkerung. Gleichwohl gilt der Meeresgrund als weniger erforscht als die Oberfläche des Mondes. Trotz Ferntourismus und der Popularisierung des Tauchsports kennen viele Menschen die Welt unter Wasser nur aus Bildern. Umso mehr beflügelt sie die Imagination.
Die Fotografie mit ihrem Hunger nach Sichtbarkeit hat seit ihren Anfängen versucht, das unter der spiegelnden Oberfläche des Meeres Verborgene zu erschließen. Dabei überlagern sich oft wissenschaftliches und ästhetisches Interesse, der Ozean ist Forschungsgegenstand und Sehnsuchtsort zugleich. Anhand ausgewählter fotografischer Arbeiten richtet die Ausstellung den Blick unter die Wasseroberfläche und auf den Meeresspiegel als Ort des Übergangs.
Historische Aufnahmen etwa des österreichischen Zoologen und Unterwasserfilmers Hans Hass oder des französischen Dokumentarfilmers Jean Painlevé, die Mitte des 20. Jahrhunderts mit ihren Bildern von einer faszinierenden Welt unter dem Meer und ihren Lebewesen das Publikum in Bann zogen, stehen im Kontext aktueller Positionen. Werfen erstere Fragen über die Mythen und Motive auf, die unsere Vorstellungen von der Welt unter Wasser bis heute leiten, adressieren zeitgenössische Arbeiten die drängenden Fragen der Gegenwart nach unserer ökologischen Verantwortung und suchen nach neuen Bildwelten jenseits dominanter Erzählungen.
Im Rahmen der Ausstellung präsentiert ihre Arbeiten auch die slowenische Künstlerin und Forscherin Robertina Šebjanič. Sie setzt sich intensiv mit den menschlichen Eingriffen in die (aquatische) Umwelt und soziopolitischen und wirtschaftlichen Strukturen auseinander, die auf dem Prinzip des Wachstums von Produktion und Konsum basieren. Ihre Arbeit ist interdisziplinär, poetisch und gleichzeitig eng mit der Wissenschaft und anderen Bereichen des sozialen Handelns verbunden. In ihrer Analyse des Anthropozäns und seines theoretischen Rahmens verwendet die Künstlerin die Begriffe “Aquatozän” und “Aquaforming”, um auf den Einfluss des Menschen auf die aquatische Umwelt hinzuweisen. Für ihre Arbeit hat sie zahlreiche Preise erhalten, darunter den Prix Ars Electronica, den Starts-Preis, den Falling-Wall-Preis, den Re:Humanism-Preis und andere.
Weitere Künstler:innen: Regina Anzenberger, Mandy Barker, Alfred Ehrhardt, Joan Fontcuberta, Agnès Geoffray, Ernst Haas, Hans und Lotte Hass, André Kertesz, Hyung S. Kim, Ivo Kocherscheidt, Michael Muller, Jean Painlevé, Thomas P. Peschak, Claudia Rohrauer, Kusukazu Uraguchi, David Uzochukwu, Manfred Wakolbinger, Christine & Margaret Wertheim und andere.
Foto: Ausschnitt aus dem Videoessay Echoes of the Abyss von Robertina Šebjanič
In Zusammenarbeit mit WestLicht. Schauplatz für Fotografie



