Eine SKICA Produktion im Rahmen der Vienna Design Week 2012 und in Kooperation mit dem Museum für Architektur und Design in Ljubljana
Eröffnung am 3. Oktober um 19 Uhr.
Es sprechen:
Dietmar Steiner, Direktor des Architekturzentrums Wien
Matevž Čelik, Direktor des Museums für Architektur und Design, Ljubljana
Vortrag „Design als Teil kultureller Identität“: Thomas Feichtner, Professor für Industriedesign an der Muthesius Kunsthochschule Kiel
Durch die Ausstellung führen die Autorinnen Barbara Predan und Špela Šubic. (Auf Englisch!)
»Der Designer versucht bewusst, die Entwicklungen in der Natur nachzuahmen, wo alles abstirbt, was unnötig wird, und wo nichts ohne Grund entsteht. Die synthetische Morphologie und die Methode des Entdeckens von Naturphänomenen, die das Resultat von Gegensätzen sind, helfen dem Designer, auf kürzestem Wege technische Vervollkommnungen und neue Formen zu erreichen, die keine Vorbilder in der Vergangenheit haben.«
Niko Kralj ist eine Legende auf dem Gebiet des slowenischen Industriedesigns. Eigentlich ist er sogar mehr als das: In der Schule, in Wartezimmer, im Kino … überall saßen wir auf seinen Stühlen. Seine Produkte wurden zu selbstverständlichen Begleitern des privaten und öffentlichen Alltags in Slowenien. So selbstverständlich, dass wir sie sehr oft auch einfach übersahen. Niko Kralj (geb. 1920) erlebte somit seine erste Ausstellung erst letztes Jahr im Museum für Architektur und Design Ljubljana. Im Rahmen der Vienna Design Week ist in Wien ein bedeutendes Segment seiner Arbeit zu besichtigen: Stühle.
»Ich bin mit nichts vollends zufrieden, ich könnte all meine Erzeugnisse weiter entwickeln, Perfektion ist unerreichbar und ich kann mich ihr nur annähern. Alles ist Bewegung, wie in der Natur,« sagte Kralj. Von diesem Blickpunkt aus betrachtet verstehen wir die Evolution des Stuhls Rex umso besser. Jenes Stuhls, den Kralj vier Jahre lang intensiv weiterentwickelte und von dem er mehr als 16 Varianten und Verbesserungen herstellte. Rex war und ist das Synonym für den Klappstuhl.
Wenn Thonet seinen berühmtesten Stuhl Nr. 14 aus sechs gebogenen Holzteilen, zehn Schrauben und neun Muttern hergestellt hat, dann hat Kralj die Herausforderung noch gesteigert. Er fertigte den Stuhl Lupina aus drei (verdoppelten) Teilen und zehn Schrauben an und erhielt dabei sowohl Spitzenqualität als auch Sitzkomfort.
Slowenien stellt sich diesmal zum ersten Mal auf der Vienna Design Week vor. Die Entscheidung für Niko Kralj ist nicht zufällig, sondern konzeptuell. Die Ausstellung seiner Stühle möchte zumindest segmentär den historischen Rahmen des slowenischen Industriedesigns abbilden. Um nämlich das moderne slowenische Industriedesign zu verstehen, muss man die Verhältnisse kennen, aus denen es erwuchs, vor allem den Aufstieg des Industriedesigns in der zweiten Hälfte der 1950er sowie der frühen 1960er Jahre. Die Ausstellung möchte so jene Grundpfeiler vorstellen, an denen zeitgenössische slowenische Designer nicht vorbei konnten und können.
„Niko Kralj: Der König der Stühle“ ist eine thematisierte und fokussierte Ausstellung, die in SKICA Produktion im Rahmen der Vienna Design Week 2012 und in Kooperation mit dem Museum für Architektur und Design in Ljubljana entstand. Eine umfassende Retrospektive von Niko Kraljs Werken wurde vom 15. Dezember 2011 bis 4. März 2012 in MAO in Ljubljana ausgestellt.
http://www.viennadesignweek.at
http://www.thomasfeichtner.com
Niko Kralj Pressetext (PDF, 44kb)

Niko Kralj, Stuhl Indijanček (Indianer) Stol Kamnik, 1953–1955, foto: Domen Pal © MAO, Bild 1/21

Niko Kralj, Sessel Rex 120 Stol Kamnik, 1953, foto: Domen Pal © MAO

Niko Kralj: Rex-Skizze foto: Domen Pal © MAO

Niko Kralj: Stuhl Mosquito Impakta, 2011, Privatbesitz (erster Prototyp in 1953, nie in Produktion) foto: Domen Pal

Niko Kralj: Lupina (Schale) Stol Kamnik, 1955–1959, foto: Domen Pal © MAO

Niko Kralj: Lupina (Schale) Stol Kamnik, 1955–1959, foto: Domen Pal © MAO

Niko Kralj: Schulstuhl Stol Kamnik, um 1955, foto: Domen Pal © MAO

Schulstuhl in der Schule, Volksschule Stražišče Schulstuhl und –tisch, Stol Kamnik, um 1955, foto: Janez Kališnik, © MAO

Niko Kralj Stuhl 4455 Stol Kamnik, 1955, foto: Domen Pal © MAO

Niko Kralj: System BiroS Stol Kamnik, 1968, foto aus dem Katalog, © MAO

Niko Kralj: Schraubenmutter, detail des Klappstuhls um 1977, foto: Domen Pal © MAO

Niko Kralj: Prototyp des Systems Futura, detail 1973, foto: Domen Pal © MAO

System Futura 1973, Foto aus dem Katalog, © MAO

Niko Kralj: System Savinja, detail 1974, foto: Domen Pal © MAO

Niko Kralj: System Javor Lesna industrija Pivka, 1977, Foto aus dem Katalog

Niko Kralj: System Javor Lesna industrija Pivka, 1977, Foto aus dem Katalog

Niko Kralj: modulares Spielzeug Mirna Mirna, Pohorje pri Mirni, 1980, foto: Domen Pal © MAO

Niko Kralj: Handschrift © MAO

Niko Kralj: Zeichnung © MAO

















































