Im sechsten Jahr seines Bestehens und im dritten Jahr unter der kuratorischen Leitung von Tanja Prušnik, Künstlerin und Präsidentin des Künstlerhaus Wien, widmet der millstART seine aktuelle Ausstellung einem Gefühl, nämlich der Sehnsucht. Es soll die see(h)nsucht nach Wärme, Sonne, See, Kunst, Kultur und dem gemeinsamen Erleben angeregt und gestillt werden. 26 Künstler:innen – arrivierte Mitglieder aus der Kärntner Kunstszene, junge aufstrebende Künstler:innen, ein überdimensional wirkender Urban Art Künstler, Gäste aus Slowenien, Deutschland und aus USA/Japan zeigen ihre Werke an besonderen Orten wie im Stift, der Stiftskirche, im See und an See nahen Plätzen.
Cyanometer, das Werk des slowenischen Medienkünstlers und Kurators Martin Bricelj Baraga, ist eine Hommage an das ursprüngliche Cyanometer, ein einfaches Instrument, das 1789 vom Schweizer Physiker und Bergsteiger Horace Bénédict de Saussure entwickelt wurde. Seine aus 53 Blautönen bestehende Messskala bildet den Kern des Monolithen und lenkt den Blick in den Himmel. Der Monolith erfasst auch Daten über die Himmelsblauheit und die Luftqualität und signalisiert sie den Passanten auf einfache Weise. Das Cyanometer ist sowohl ein Monument als auch ein Open-Source-Programm, das in regelmäßigen Abständen den Himmel fotografiert. Das Programm lädt die Fotos auf eine Website hoch, wo es den entsprechenden Blauton auf der de Saussur-Farbskala angibt. Die Cyanometer-Website schafft so ein spezielles Archiv und einen retrospektiven Kalender der Blautöne, der die Veränderungen in unserer Umwelt dokumentiert.
In einer Welt, die vom Cloud Computing beherrscht wird, ist Cyanometer eine Hommage an die Wolken, die wirklich wichtig sind – die Wolken am Himmel.
Baragas Cyanometer wurde 2016 in Ljubljana zur Grünen Hauptstadt Europas vorgestellt und ist seitdem dauerhaft auf einer Plattform im Stadtzentrum installiert, wo es den Blick der Besucher auf die Alpen lenkt und gleichzeitig ein öffentliches Instrument zur Überwachung der Qualität der Atmosphäre darstellt.
Martin Bricelj Baraga ist ein preisgekrönter Medienkünstler und Kurator. Er schafft interaktive Werke und Skulpturen, die den Raum zwischen Umwelt, Natur, Technologie und Mensch erforschen. Seine oft großformatigen Werke sind im öffentlichen Raum und in ungewöhnlichen architektonischen Kontexten zu sehen. Er konzentriert sich auf die Schaffung von Umgebungen, die unsere Wahrnehmung herausfordern und Symbole und Mythen als eine Reihe von zeitlichen und räumlichen Experimenten hinterfragen.
Er hat in zahlreichen Galerien und Räumen auf der ganzen Welt ausgestellt: im ICA in London, Fernand Leger in Paris, Sonar Festival in Barcelona, Columbia University in New York, FACT Liverpool, Kinetica London, Centro Cultural Recoleta in Buenos Aires, Kunsthaus Graz, Kaapelithas in Helsinki, Museums Quartier in Wien, Arbat Almaty und vielen anderen. Seine Arbeiten wurden in The Guardian, Wired, Creators Projects, WeMakeMoneyNotArt, boingboing, BBC, New York Art Magazine, El Pais, Actar, ArchDaily, designboom und anderen veröffentlicht. Für seine Arbeit hat er zahlreiche internationale Preise erhalten, darunter den Glow Festival Award, den Wro Media Biennale Award, den Europrix Multimedia Award, die Memefest Awards, den Baltimore Magazine Award, den Plečnik Award usw. Er ist Direktor des MoTA – Museum of Transitory Art, Gründer des SONICA-Festivals und Mitbegründer des Kunstforschungskollektivs Nonument Group.
In Zusammenarbeit mit MoTA-Museum of Transitory Art und dem millstART Festival.
Foto: Cyanometer © Martin Bricelj Baraga



