26. 8. 2013, 18:00

Ausgestorben. Bildhauerischer Spaziergang

Akademie der bildenden Künste, Schillerplatz 3, 1010 Wien

Ein Spaziergang mit Zoran Srdić Janežič zu Ehren des slowenischen Künstlers Franc Berneker – von der Akademie der bildenden Künste bis zum Südbahn-Atelier am Bahnhof Meidling.

Zoran Srdić Janežičs bildhauerischer Spaziergang ist eine Verneigung vor dem slowenischen Bildhauer Franc Berneker, der von 1897 bis 1915 in Wien lebte. Während dieser Zeit schuf er einige seiner bedeutendsten Arbeiten, ein paar wurden jedoch zerstört, als während seiner Einberufung zum Reichsheer die Südbahngesellschaft sein Atelier in Meidling abriss. Mit den Kraken aus Stoff, die Srdić unter den Armen tragen wird, bezieht er sich direkt auf das Motiv der Statue des hl. Johannes von Nepomuk, die Berneker damals für die Familie Majdič in Kranj schuf. Somit nimmt der Künstler mit seinem Körper die Identität des Heiligen aus Stein an und stellt zugleich eine moderne Beziehung zur Statue als Zugang zum künstlerischen Ausdruck her. Durch den Einfluss der Performance veränderte sich auch die Beziehung zur Bildhauerei, vor allem aber die Bedeutung der statischen und beständigen Kunstform. In der Intervention Zoran Srdić Janežičs ist einerseits eine Performance erkennbar, in der der Künstler zwei Kraken aus Stoff mit sich trägt, andererseits wird mit der Objektivierung des Künstlerkörpers die gesamte Komposition zur einer gehenden, öffentlichen Skulptur von kurzer Dauer. Die Statue des hl. Johannes von Nepomuk erwacht für gut eine Stunde zum Leben und bringt sich in ihrer eigenen Prozession zur Selbsteinstellung, ohne Ritus am Ende des Weges.

Zoran Srdić Janežič (geb. 1974 in Kranj) ist akademischer Bildhauer, Visual Artist und Puppenmacher. Er interessiert sich vor allem für Humor, den er zur Unterstreichung der neuralgischen Punkte unserer Alltags nutzt. Als Performer beschäftigt sich Zoran Srdić Janežič mit der Thematik öffentlicher Statuen und ihrer Funktion im öffentlichen Raum (Javni kipi/Öffentliche Statuen, 2011), Body Art (Ästhetisierung, Abscheulichkeit und Mythisierung des Körpers; Corpus Indeterminata, 2010) und öffentlichen Interventionen (Javna branja/Öffentliche Lesungen, 2011). Die verschiedenen Puppenherstellungsarten verflicht er manchmal mit Bildhauerei und Performance, wie im derzeitigen Wiener Projekt zu sehen ist.

Produktion: Institut für moderne Künste und Kultur Gulag, 2013

www.gulag.si

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