Der Prosaist und Kinderbuchautor Sebastijan Pregelj ist den deutschsprachigen Lesern bereits gut bekannt, da bischer drei seiner Romane („Auf der Terrasse des Turms von Babel“, „Unter einem glücklichen Stern“ und „Chronik des Vergessen“ und zwei Kinderbücher über das Gespenst Babujan ins Deutsche übersetzt sind – alle beim Drava Verlag.
Der neuste Roman ist „Chronik des Vergessen“, er wurde von Erwin Köstler überstetzt und erzählt darüber, was man braucht, um im Altersheim einen guten Lebensabend zu verbringen. Ein pensionierter Jurist glaubt es zu wissen: Er hat seine eigenen vier Wände, sein Blutbefund ist in Ordnung, er hat die Ausscheidung unter Kontrolle, ist nicht hilflos, nicht wirr und nimmt seine Umgebung wahr. Zumindest erscheint es so, am Anfang. Nach und nach aber erweist sich sein Gedächtnis als ziemlich porös – weit mehr, als er ahnt und als seine Bemühungen, sich die kognitiven Fähigkeiten zu erhalten, auszugleichen vermögen. Das Hier und Jetzt findet immer mehr im Kopf statt, die Gegenwart gerät zu einer ausufernden Erzählung und bald fragt man sich, welche Wirklichkeit die wirklichere ist.
Moderation: Dominik Kamalzadeh, DER STANDARD
Foto: JAK RS



