9. 11. 2017, 14:30

Drei Stimmen aus einer Generation: Andrej Blatnik, Jani Virk und Andrej Skubic

Slowenische Literaturwoche auf der Buch Wien 2017
Buchhandlung Orlando, Liechtensteinstr. 17
1090 Wien

Andrej Blatnik (geb. 1963) schreibt Romane, Kurzgeschichten, Essays und wissenschaftliche Monographien. Im Folio Verlag sind drei seiner Bücher auf Deutsch erschienen: die Erzählbände Das Gesetz der Leere (2001) und Der Tag, an dem Tito starb (2005) sowie der Roman Ändere mich (2009). Blatnik ist Chronist einer Welt, in der Entfremdung die zwischenmenschlichen Beziehungen bestimmt, und erzählt dennoch mit viel Humor und Ironie. Seine neuesten Kurzgeschichten sind als Leseheft erschienen und liegen bei der Veranstaltung bereit.

Jani Virk (geb. 1962) ist Schriftsteller, Fernsehredakteur und Journalist. Sein Roman Sergijs letzte Versuchung erschien 1998 im Wieser Verlag auf Deutsch. In Zwischen Bäumen, seinem aktuellen Erzählband, werden die Geschichten verschiedener Männer in den mittleren Jahren erzählt, die den Boden unter den Füßen verlieren. Die Titelgeschichte Zwischen Bäumen wird im Novemberheft der Literaturzeitschrift Wespennest veröffentlicht.

Andrej Skubic (geb. 1967) wurde für sein Schaffen mehrfach ausgezeichnet, u. a. gleich dreimal mit dem Kresnik-Preis für den besten slowenischen Roman des Jahres. In seinen Werken schildert er humorvoll den Alltag und die Lebensgeschichten ganz normaler Leute und thematisiert dabei aktuelle gesellschaftliche Phänomene wie Migrationen und Rassismus.

Das neue Buch von Andrej Skubic, Spiele ohne Grenzen erschien 2017 im Verlag Voland & Quist und wurde von Erwin Köstler übersetzt. Der dystopische Roman erzählt von einer nahen Zukunft, in der Migration kein staatliches Unterfangen mehr ist, sondern getrieben wird von privatem Interesse: Während die einen »Unternehmer« Leichen sammeln, um diese an Depots und deren Habseligkeiten als Souvenirs an Touristen zu verkaufen, begeben sich die anderen zu den intakten Flüchtlingsbooten, um die Überlebenden als billige Arbeitskräfte an die lokale Wirtschaft zu verkaufen. Beide Unternehmerarten werden dabei von der EU subventioniert. Der slowenische EU-Bürger und Leichensammler Kastelic gerät zwischen die Fronten und seine Überzeugung aus den Fugen, als er eine fliehende Somalierin mit Baby in Obhut nimmt.

Moderation: Tanja Malle ist zweisprachig in Kärnten aufgewachsen. Sie studierte Publizistik und Theaterwissenschaft. Seit 2005 ist sie Redakteurin des ORF-Radiosenders Ö1 und verfasst Beiträge mit den Schwerpunkten Zeitgeschichte und Süd- bzw. Ost-Europa.

Das Gespräch wird von Ana Jasmina Oseban ins Slowenische und Deutsche übersetzt.

Foto: JAK RS

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