Krško, eine trostlose slowenische Industriestadt. Der ehemalige Motorrad-Champion und verbitterte Witwer Ludvik lebt vom Menschenschmuggel. Jede Nacht transportiert er um viel Geld illegale Flüchtlinge in seinem Lastwagen von Kroatien an die italienische Grenze. Sein neuer Assistent Rudi ist anfangs vom unmenschlichen Umgang mit den Migranten entsetzt. Trotzdem dauert es nicht lange, bis er sich an das unglaubliche Elend, das harte Arbeitsklima und an seinen unsensiblen Chef gewöhnt hat. Nach einer gemeinsam durchzechten Nacht verliert er seine moralischen Vorbehalte. Das Schicksal hält jedoch nicht nur für die von Hoffnung auf eine bessere Zukunft getriebenen Flüchtlinge böse Überraschungen bereit. Auch für Ludvik und Rudi kommt es knüppeldick. Damjan Kozole gibt in seinem sehr kraftvollen, provokanten und präzisen Film einen irritierenden Einblick in die komplexe Gefühlswelt seiner Hauptperson; gegen Ende der atmosphärisch düsteren Charakterstudie ist mancher Zuseher wohl sogar versucht, Verständnis für den Widerling Ludvik zu entwickeln. Die Flüchtlinge hingegen bleiben das, was der Titel ankündigt – Spare Parts. „Der Film lässt keinen Hoffnungsschimmer zu“, schrieb das deutsche Magazin Filmdienst, „führt aber gerade durch seinen stringenten Pessimismus zur Katharsis beim Zuschauer“.
Anschließend Publikumsgespräch mit Damjan Kozole (Regisseur).



