Das Projekt Echoes of the Abyss der slowenischen Forscherin und Künstlerin Robertina Šebjanič wurde mit dem Interactive Art + / Award of Distinction des Prix Ars Electronica 2026 ausgezeichnet und ist im Rahmen des Festivals Ars Electronica zu sehen.
Echoes of the Abyss ist eine Reihe forschungsbasierter Kunstprojekte von Robertina Šebjanič zu im Meer entsorgter chemischer Munition und nicht explodierten Kampfmitteln (UXO). Diese Relikte vergangener Konflikte liegen bis heute auf dem Meeresboden und wirken als Form „langsamer Gewalt“, indem sie Ökosysteme, Wasserchemie und menschliche Lebensräume langfristig beeinflussen.
Das Projekt untersucht die Verflechtungen von Geschichte, Geopolitik und marinen Umwelten und versteht versunkene Landschaften sowohl als kontaminierte Nachkriegsräume als auch als Orte ökologischer Erinnerung und Transformation. Weltweit setzen diese Altlasten kontinuierlich Schadstoffe frei und destabilisieren fragile ökologische Gleichgewichte. Ausgehend von Feldforschung auf Forschungsschiffen der Tara Ocean Foundation in der Ostsee und der MADE IN Platform in der Adria verfolgt das Projekt einen interdisziplinären Ansatz. Ergänzend brachte Šebjanič im Symposium Ocean Around Us – Echoes of the Abyss Expert*innen aus Ökologie, Tauchpraxis und Kulturarbeit zusammen. In Video-, Objekt- und Textilarbeiten lädt Echoes of the Abyss zur Auseinandersetzung mit den langfristigen ökologischen Folgen vergangener Konflikte ein, die in Gewässern, Sedimenten und Organismen fortbestehen.
Robertina Šebjanič setzt sich intensiv mit den menschlichen Eingriffen in die (aquatische) Umwelt und soziopolitischen und wirtschaftlichen Strukturen auseinander, die auf dem Prinzip des Wachstums von Produktion und Konsum basieren. Ihre Arbeit ist interdisziplinär, poetisch und gleichzeitig eng mit der Wissenschaft und anderen Bereichen des sozialen Handelns verbunden. In ihrer Analyse des Anthropozäns und seines theoretischen Rahmens verwendet die Künstlerin die Begriffe “Aquatozän” und “Aquaforming”, um auf den Einfluss des Menschen auf die aquatische Umwelt hinzuweisen. Für ihre Arbeit hat sie zahlreiche Preise erhalten, darunter den Prix Ars Electronica, den Starts-Preis, den Falling-Wall-Preis, den Re:Humanism-Preis und andere.
In Zusammenarbeit mit Ars Electronica Festival



