12. 7. 2012

Slowenisches Filmpotpourri bei espressofilm

Open Air Kino im Gartenpalais Schönborn, Laudongasse 15-19, 1080
Wien

Beim dritten Wiener Open-Air-Filmfestival espressofilm war diesmal auch das slowenische Pendant Animateka zu Gast. Dieses internationale Animationsfilmfestival findet seit 2004 jährlich im Dezember statt, der Schwerpunkt liegt dabei auf Kurzanimationsfilmen aus Ost- und Südeuropa. Animateka findet sowohl in Ljubljana als auch in Maribor statt, hat Wettbewerbscharakter und stellt die Rolle des Autors in den Vordergrund.

Gezeigt wurden insgesamt sieben Kurzfilme mit einer Gesamtdauer von 73 Minuten, wobei verschiedene Themenbereiche abgedeckt wurden, sei es nun das gebrochene Herz und die Heilung ebenjenes (Liebeskrank), eine verpatzte Opernkarriere (Krokodill), ein Familienurlaub (Miramare) oder die Flucht der Waldtiere zu Beginn der Jagdsaison (The last Bus). Das Publikum, das das Open-Air-Kino bis auf den letzten Platz ausfüllte, goutierte die Vorführung mit begeistertem Applaus.

Im Anschluss an die Filme folgte ein Gespräch mit Igor Prassel von Animateka sowie der Regisseurin des slowakischen Films „Four“, Ivana Šebestova. Prassel stellte Animateka kurz vor und betonte dabei, dass der Fokus des Festivals aus Südosteuropa liege, da man sich nicht immer nur auf „die Großen“ wie Frankreich, USA oder UK konzentrieren sondern auch zeigen will, dass auch die kleinen, in diesem Metier oft unbeachteten Länder große Talente hervorbringen. Auch sei ihm die Förderung von Animationsfilmen ein persönliches Anliegen, schließlich lassen diese Kurzfilme einen nicht mehr los und schaffen es mit unterschiedlichsten technischen Mitteln, Geschichten zu erzählen, in diesem konkreten Fall binnen kürzester Zeit. Mehr als auf technische Details solle man sich auf das Geschichtenerzählen konzentrieren, darauf, dass das Publikum innerhalb weniger Minuten völlig eingenommen wird, dass es eine emotionale Beziehung zu den Figuren aufbaut, so Prassel. Bedauernswert empfindet er dabei, dass Kurzfilme nicht, wie Filme in Normallänge, im Kino gezeigt werden, sondern auf andere Arten und Weisen öffentlich auf sich aufmerksam machen müssen – hierbei seien Filmfestivals die beste Möglichkeit, sich einer breiteren Masse vorzustellen.

Ivana Šebestova erzählte, wie sie eher zufällig in die Welt des Animationsfilms schlitterte, diese jedoch nicht mehr verlassen wollte, sobald sie sie betreten hatte, da das Ganze „wie Magie“ für sie sei. Sie zeigte sich ebenfalls begeistert von der Tatsache, durch rein visuelle Mittel Geschichten zu erzählen, wobei die Figuren bei der Entwicklung eines Film sehr wohl ihren eigenen Charakter entwickeln und ihren Kopf durchsetzen können, indem sie nicht so reagieren, wie man es von ihnen erwartet oder will. Šebestova erzählte von der Entstehungsgeschichte von „Four“, wie viel Persönliches, Historisches und Psychologisches ihr zugrunde liegt und wie viel von ihr, Šebestova, selbst in die Geschichte eingeflochten wurde. Sie betonte, dass die Figuren wegen der recht komplizierten Story absichtloch simpel gestrickt seien, um das Publikum binnen weniger Minuten nicht zu überfordern oder unnötig zu verwirren.

Alles in allem traf Igor Prassel wohl den Nagel auf den Kopf, als er in einem fast schon beiläufig geäußerten Satz sagte: „Animation is like poetry.“

http://www.animateka.si/

http://www.espressofilm.at/

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