Im November ist Markus Guschelbauer in der Photon Gallery zu Gast. In seinen Projekten zeigt er die Fotos und Objekte, die sich mit dem Verhältnis zwischen Künstlichkeit und Natürlichkeit beschäftigen. Analoge großformatige Fotografien zeigen einerseits die künstlerische, raumgreifende Eingriffe in Naturräume, werden Objekten gegenübergestellt, die zwischen Gebrauchsgegenstand und Artefakt changieren.
In seinen jüngeren Arbeiten verlegt Guschelbauer seinen künstlerischen Aktionsradius: der Außenraum wird zum Innenraum. Dieser tritt als inszenierter Wohnraum und auch als Regal, stellvertretend für das Wohnen als Möbelstück in Erscheinung. Der von Guschelbauer erzeugte Raum wird nun zur Bühne, auf der weiterhin Natur auftritt, jedoch abstrakt und als kulturell geschaffenes Konstrukt. Parallel zur inhaltlichen Auseinandersetzung, in der Begriffe wie Künstlichkeit und Natürlichkeit miteinander verglichen, aber auch kontrastiert werden, geschieht in der formalen Bildgestaltung eine Auseinandersetzung mit der Dichotomie von Raum und Fläche. Der real inszenierte dreidimensionale Raum wird für die Bildbetrachtung auf eine zweidimensionale Fläche hinuntergebrochen und zielt somit auf eine Verwirrung der räumlichen Wahrnehmung ab. Den großformatigen Fotografien werden Objekte gegenüber gestellt, die skulpturalen Charakter aufweisen. Gleichzeitig können diese im Ausstellungskontext wie Regale benutzt werden, und sie fungieren wiederum als Präsentationsplattform für zweidimensionale Objekte.
Habitatverlust bezeichnet den Rückgang von natürlichen Lebensräumen und Formen der Landschaftsveränderung: Die direkte Habitatzerstörung, sowie die Veränderungen durch Umweltverschmutzung, Klimaveränderung oder Fragmentierung und Zerstörung der Lebensräume führen zu einem globalen Verlust der biologischen Vielfalt. Unser natürlicher Lebensraum verschwindet zunehmend, um unsere Natur wird es immer enger. Ähnliches geschieht in Markus Guschelbauers Arbeiten. Der von ihm inszenierte Raum um die Natur herum, den er schlussendlich in großformatigen analogen Fotografien präsentiert, wird immer enger gezogen. Pflanzen werden durch analoges Freistellen im Sinne von rauminstallativen Eingriffen ihrer natürlichen Umgebung beraubt. Der natürliche Lebensraum wird durch einen künstlichen ersetzt, die Pflanze erscheint als künstliches Objekt.
Mit den Bildern und Objekten dieser Ausstellung führt der Künstler in eine Wirklichkeit, in denen das Absolute der Definitionen „natürlich“ und „künstlich“ in Frage und zur Diskussion gestellt wird. Wie natürlich ist ein gepflanztes, fachkundig geschnittenes Pfirsichbäumchen? Wie wahr ist die Behauptung, dass Schönheit natürlich „natürlich“ sein muss? Die Raffinesse von Guschelbauers Strategie liegt darin, dass er zeigt, wie wenig zielführend es ist, eine scheinbare Dichotomie vordergründig zu bebildern. Vielmehr nutzt er das komplementäre Wesen des vermeintlich Gegensätzlichen und kommt dadurch zu Ergebnissen, bei welchen, um einen Begriff aus der Mengenlehre zu verwenden, die Schnittmenge von Natur und Kunst beachtlich ist. Die Teile sind nicht ohne das Ganze zu haben, das Ganze erhält seinen Sinn erst durch seine Teile.
Im Rahmen der Ausstellung werden verschiedene Begleitungsprogramme organisiert um die Besucher in die Ausstellungskonzept und Hintergrund einzuweihen. Am Eröffnungsabend findet ein Gespräch mit dem Künstler statt, weiter sind zwei öffentliche Führungen durch die Ausstellung, mit dem Kunstler und mit dem Kurator Dejan Sluga geplant. Als Programpunkt fur die Vienna Art Week zeigt der Künstler zusätzlich Videos zum Thema. Parallel dazu holt er ein bekanntes Motiv der Landschaftsarchitektur in den Galerieraum: den Barockgarten, ein Extrembeispiel des menschlichen Formwillens. Natur, die scheinbar jeglicher Natürlichkeit beraubt worden ist, wird von Markus Guschelbauer um eine Bedeutungsebene erweitert. Natur, die Kunst wurde, wird Kunst, die man sich aufs Brot streuen kann…
- Ausstellungsdauer: 5. November – 5. Dezember 2015
- www.photongallery.at
Markus Guschelbauer, geboren in 1974 in Friesach / Kärnten, lebt und arbeitet in Wien. Zwischen 2003 – 2009 hat er an der Universität für angewandte Kunst / Institut für Bildende und Mediale Kunst / Fotografie studiert. Seit dem Diplom in 2009 ist er als freischaffender Künstler tätig.
Vorlagenschleife entdeckt: Vorlage:Article
Vorlagenschleife entdeckt: Vorlage:Article
Vorlagenschleife entdeckt: Vorlage:Articleee die sich verschlechtert.
- Senzasenso ist ein Gedanke der zusammenfällt.
- Senzasenso ist keine Vision von der neuen Welt.
- Senzasenso ist ein Moment an dem ich die Kontrolle verliere.
- Senzasenso ist eine Performance über das Wahnsinn.
- In seinem neuesten Werk transformiert Jan Rozman zusammen mit der Tänzerin Alja Ferjan die Bühnenlandschaft in einen lebenden Organismus und kreiert so eine neue Welt, gefährlich ähnlich zur Realität. Ihr Tanz verflucht die verrückte Welt und verehrt sie gleichzeitig, in einer Spirale der Suche nach der Bedeutung und dem eigenen Platz.
- Diese Performance verbindet Elemente des Tanzes, der Performancekunst und dem Live Set Design in zwei eng verbundenen Teilen.
Weitere Infos und Tickets gibt’s hier.
Foto: Matija Lukić
The performance was created as a part of two-year author project by Jan Rozman named Kodeks and it is supported by Ministry of Culture Slovenia.



